Moos im Rasen

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Ringo Mitarbeiter fragte vor 6 Jahren

Halle Leute,
habe mir vor kurzem einen Garten gekauft. Leider besteht der Rasen mehr aus Moos als alles andere. Weiß jemand wie ich das Zeug dauerhaft aus dem Rasen bekomme?

1 Antworten
Konrad von Gartentipps.com antwortete vor 5 Jahren

Hallo Ringo,
Moos ist ein geläufiges, sehr anpassungsfähiges Gewächs. Es vermehrt sich über Sporen, die sich in kleinen Lücken zwischen den Rasennarben ansiedeln. Schnell verbreitet es sich auf Rasenflächen, die nicht ausreichend gepflegt werden.

Oftmals liegt es am Nährstoffmangel. Moos ist ein Indikator für Nährstoffmangel im Boden, besonders bei Stickstoffmangel wächst es prächtig.

Eine weitere Ursache kann ein übersäuerter Boden sein. Moos wächst auch gut auf sauren Böden, Gras dagegen nicht. Sobald der pH-Wert des Bodens unter 6 liegt, wird das Gras ungenügend mit Nährstoffen versorgt. Du kannst den ph-Wert mit einem Schnelltest aus dem Gartencenter in wenigen Minuten messen. Fällt der Wert zu niedrig aus, dann gibst du deiner Grünfläche Rasenkalk, das neutralisiert den Boden. Wichtig ist es, die Hinweise auf der Verpackung zu befolgen. Für die richtige Dosierung hilft ein Streuwagen.

Zu viel Schatten ist nicht gut. Im Schatten hat die Rasenfläche keine Chance. Der Rasen braucht unbedingt Sonne, wogegen das Moos auch im Schatten gut gedeiht. Flächen, die halbschattig gelegen sind, kannst du mit Schattenrasen-Saat ausgleichen.

Ein schwerer, verdichteter Boden kann zum Problem werden. Verdichteter und lehmiger Boden ist ein Problem für den Rasen. Nässe kann dadurch nicht gut in den Boden einsickern.

Bei Staunässe faulen die feinen Graswurzel ab. Folglich kann sich das Moos rasch ausbreiten.
Vermeide Staunässe. Ein vernünftiges Maß an Feuchtigkeit braucht der Rasen, um sich prächtig zu entwickeln. Staunässen verträgt er allerdings nicht. Bevor du eine Grünfläche neu anlegst, mischst du Bausand unter beim Umgraben schwerer oder lehmiger Böden.

Falscher Rasenschnitt kann zur Moosbildung beitragen. Du beugst Moos im Rasen am besten vor, indem du deinen Rasen regelmäßig mähst. Je öfter der Rasen gemäht wird, desto dichter wird die Grasnarbe. So können sich schnell neue Grastriebe bilden. Achte auch auf die Schnitthöhe. Diese sollte mindesten 4 Zentimeter betragen.
Zierrasen schneidest du zweimal wöchentlich und einen Gebrauchsrasen und Schattenrasen einmal die Woche.

Hände weg von Billigsaat. Wenn du eine neue Rasenfläche anlegst, dann macht sich Qualitätssaatgut bezahlt. Mit billigen Saatmischungen wird die nötige Rasendichte nicht erreicht, um Moos zu verhindern. Soll dein Rasen besonders robust werden, so greife am besten auf Spiel- oder Sportrasen zurück.

Ich denke, du fängst mit der gründlichen Sanierung am besten im Frühjahr an, wenn die üblichen Pflegemaßnahmen für den Rasen anstehen. Anschließend ist es wichtig, die Grünfläche immer wieder im Auge zu behalten und die weitere Rasenpflege regelmäßig durchzuführen.

Willst du deinen Rasen sanieren, dann muss zunächst das Moos von der Grünfläche. Und dazu wird der Rasen vertikutiert. Die Messer des Vertiktierers kämmen das Moos gründlich aus der Rasennarbe heraus. Dabei gehst du schrittweise vor:

1. Mähe zunächst deinen Rasen bei einer Schnitthöhe von 2 Zentimetern.
2. Dann vertikutierst die Grünfläche in Längs- und Querbahnen. Dabei sollte der Boden höchsten 2 Millimeter eingeritzt werden. So wird das Moos bestmöglich aus den Erdboden gezupft.
3. Danach harkst du die Rasenfläche gründlich ab. Und testest den ph-Wert deines Bodens mit einen Test-Set.
4. Gib der Grünfläche Rasenkalk, wenn der ph-Wert deutlich unter 7 liegt. Beachte dabei die Dosierung laut Verpackungshinweis, und nutze beim Ausbringen des Kalkes möglichst einen Streuwagen.
5. Nach 10 Tagen vertikutierst du deinen Rasen noch einmal. Der Kalk hat das restliche Moos vernichtet und sollte nun herausgekämmt werden.

Noch ein Hinweis: Gib deinen Rasen in den nächsten 3 bis 4 Wochen keinen Dünger, wenn du gerade gekalkt hast. Es kann sonst zu einer Wechselwirkung kommen.

Mein letzter Tipp: Säe auf der vertikutierten Fläche mit der Hand Nachsaatrasen aus (nur kein Billigrasen). So wächst die Grasnarbe wieder schnell zu und bietet für Moos und Unkraut keine Angriffsfläche. Eine dünne Schicht Rasenerde über die Saat schützt vorm Austrocknen. Außerdem solltest du neuen Rasen in den ersten Wochen regelmäßig wässern.

Ich hoffe, dass ich mit dieser Anleitung einen wenig helfen kann.

Schöne Grüße Konrad

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